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Dank
zwei vierten Rängen an den
Schweizermeisterschaften im Sprint und in der
Langdistanz, konnte ich mich für die
Jugendeuropameisterschaft im Orientierungslauf,
welche in der Schweiz stattfand, qualifizieren.
Zu meiner Freude durfte ich auf internationaler
Ebene Wettkämpfe bestreiten und Erfahrungen
sammeln.
Am
Donnerstag, 9. Oktober bezog das Suisse-Team,
bestehend aus 16 Athleten zwischen 15 und 18
Jahren sowie 3 Trainern in Wangen an der Aare,
die Kaserne, welche unser Zuhause für die
nächsten Tage war. Nach Bezug des Zimmers (das
wir mit den Österreicherinnen teilten) und dem
Mittagessen, wurden wir ins Training chauffiert.
Jetzt hiess es den Kartenaufnehmer ein wenig
kennen zu lernen, den Wald mit den gleichen
Augen zu sehen wie er und sich noch die letzte
Sicherheit für die bevorstehenden Wettkämpfe zu
holen. Am Abend fand dann die
Eröffnungszeremonie statt. Wie bei olympischen
Spielen, marschierten die 29 Nationen
gruppenweise durch die Altstadt von Wangen an
der Aare bis zum Salzhaus, wo wir gemeinsam die
Eröffnung des EYOC 2008 feierten. Danach ging es
ab ins Bett, denn ein langer, anstrengender Tag
wartete auf uns.
Am
Freitag stand der Langdistanz-OL auf dem
Programm. Schon sehr früh musste ich aufstehen
um zu frühstücken und danach fuhr uns ein Car in
die Quarantäne. Diese wurde eingerichtet, damit
keine Informationen an die später startenden
Läufer gegeben werden konnten. Langsam aber
sicher wurde ich nervös aber ich freute mich
auch, dass ich mir das Suissedress überstreifen
konnte. Am Start wurden noch die letzten
Schlachtpläne mit einem Trainer besprochen und
schon ging es los. Ich hatte leider einige
kleinere und auch einen grösseren Fehler zu
verzeichnen. Gegen Ende des Rennens hörte man
den Speaker und auf den letzten Metern wurde man
noch von den Schweizer Fans angefeuert. Ich war
mit meinen 24 Rang von ca. 80 Athletinnen
zufrieden. Das Schweizerteam gewann eine
Goldmedaille, eine Bronzemedaille und noch zwei
Diplome. Zurück in der Kaserne genehmigten wir
uns alle eine warme Dusche, genossen das
Abendessen und hatten noch einige Gespräche mit
den Trainern, bevor es ins Bett ging.
Um 6.00
Uhr musste ich schon wieder zum Frühstück, damit
wir genug früh in Langenthal waren, um uns auf
die bevorstehende Staffel vorzubereiten. Ich
durfte den Start laufen. Die Männerstaffeln
wurden um 9 Uhr gestartet, zehn Minuten später
stand auch ich auf der Startlinie zusammen mit
den anderen Startläuferinnen. Für mich war es
ein sehr spezielles Gefühl am Start zu stehen,
niemanden zu kennen und alle Blicke ruhten auf
einem. Dann ging aber alles recht schnell. Der
Startschuss war gefallen, nun galt es die Karte
möglichst schnell in den Griff zu bekommen und
davon zu rennen. Die Tschechinnen verglichen
unterwegs zum ersten Posten ihre
Postenreihenfolge, das habe ich so auch noch nie
gehört. Zuerst lief ich in einer grossen Gruppe
mit bis ich mich für eine sichere Route
entschied und mich so bis auf Position 2
hervorarbeiten konnte. Am Überlauf wurde ich
angefeuert aber schon langsam spürte ich, dass
ich müde Beine hatte. Leider unterlief mir noch
ein zweiminütiger Fehler, welcher mich auf den
achten Rang zurück warf. Danach übergab ich
meiner Staffelkollegin, die auch ein sehr gutes
Rennen lief. Die Schlussläuferin hatte leider
keinen guten Lauf. Nach einigen Suchaktionen
lief sie als 11 ins Ziel. Dennoch konnten wir
Schweizer zwei Silbermedaillen gewinnen; bei der
älteren Kategorie sowohl bei den Männern als
auch bei den Damen.
Der
nächste Termin auf unserem Programm war das
Nachtessen und dann die EYOC-Party mit
anschliessender Disco. In der freien Zeit
dazwischen wurde geschlafen, Heftchen
angeschaut, Gespräche mit den Trainern geführt,
den morgigen Sprint vorbereitet oder die
Russinnen schminkten sich schon für die
abendliche Disco. Noch vor Mitternacht legten
wir uns zur Ruhe um noch genügend Energie für
den Sprint am Sonntag zu sammeln.
Am
letzten Tag gab es erst um 7 Uhr Frühstück.
Danach hiess es, alles zusammenpacken, Betten
abziehen und mit einem voll beladenen Bus ging
es Richtung Solothurn, wo wir um 9 Uhr wiederum
in die Quarantäne geschickt wurden. Ich hatte
erst um 10.33 den Start. Also hatte ich noch
reichlich Zeit, die ich mit Unospielen oder
einfach nur mit Dasitzen verbrachte. Danach ging
es endlich los. Ich konnte mich umziehen,
einlaufen gehen und am Start wurden nochmals die
Ziele besprochen. Wenige Sekunden später stand
ich in den Startlöchern. Es erwartete mich ein
anspruchsvolles Rennen, bei dem man immer die
Kontrolle über die Karte haben sollte. Dies
gelang mir auch relativ gut, nur wenige
Unsicherheiten schlichen sich ein. Ansporn gaben
auch die vielen Zuschauer in der Stadt und der
Überlauf über die Stadtmauer von Solothurn.
Leider startete ich das Rennen ein wenig zu
schnell und ich hatte auch schon sehr schwere
Beine von den vorherigen Wettkämpfen. So ging
mir gegen Ende des Sprints die Kraft aus. Ich
konnte aber mit meinem 18. Schlussrang zufrieden
sein. Die Schweizerdelegation durfte nochmals 3
Medaillen bejubeln. Die Medaillen wurden von
Bundesrat Samuel Schmid überreicht. Besonders
gefreut hat mich, dass das Schweizerteam in der
Gruppenwertung noch den 3. Rang belegt hatte.
So ging
mein erster internationaler Auftritt zu Ende. Es
war wirklich ein supertolles Ereignis, das ich
niemals vergessen werde. Mit meinen Resultaten
bin ich zufrieden und hoffe, dass ich viel von
diesen Wettkämpfen profitieren kann um weitere
Fortschritte zu machen.
Marina Hitz
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