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Genève-Individual-Marathon (Harmony-Genève-Marathon for Unicef)

Im Datasport-Newsletter des Monats April entdeckte ich, dass in Genf sowohl der Marathon, als auch die «Nebenläufe» individuell absolviert werden können. Das machte mich neugierig und ich studierte die entsprechenden Ausschreibungen genau. Die Genfer Organisatoren boten den Läufern und Walkern vom 1. – 30. Mai, jeweils von Donnerstag – Sonntag, einen Individual-Run an. Corona-konform war eine Anmeldung zwingend, ja, man musste sogar noch das Zeitfenster des Wunschtages angeben. Das war es aber eigentlich auch schon mit den «Restriktionen». Vor Ort war alles sehr locker und auch sehr gut organisiert.

Startnummernausgabe war im super-mondänen Hotel Mêtropôle, nahe des Jardin Anglais und dieser Jardin Anglais ist dem Wahrzeichen Genfs vorgelagert, dem Jet d’Eau. In meiner rund 45-jährigen Laufkarriere war es wohl die edelste Startnummern-Ausgabe, welche ich erlebt habe. Man schwebte fast auf dem glänzenden Marmorboden in das Konferenzzimmer, wo die Nummern-Ausgabe stattfand. Mehr noch: wir durften sogar noch die WC’s dieser Edel-«Absteige» benutzen.

Eigentlich wollte ich schon anfangs Mai den Marathon laufen. Doch als es drauf ankam, verliess mich etwas der Mut. Trotzdem wollte ich mal schauen gehen – und überhaupt: so ein kleines «Tagesreisli» nach Genf: wieso auch nicht? Zudem war ich gwundrig, was ich nach ziemlich langer Wettkampfpause denn so zu Laufen im Stande war. Am regnerischen 6. Mai, bei kühlen Temperaturen, reiste ich also ein erstes Mal in die Calvin-Stadt, um den Halbmarathon in zügigem Tempo zu absolvieren. Das Hotel sowie den nahen Start fand ich sofort und da es so kühl war, verzichtete ich aufs Einlaufen und legte einen Kaltstart hin.
Ich lief ein regelmässiges Tempo (ich schaute nur beim ersten Kilometer auf die Uhr und als ich in etwas weniger als 5 Minuten passierte, da war es i.O. für mich). Die 1h41.23 befriedigten mich sehr.

Es war wirklich nicht einladend an jenem Tag. So beschloss ich – eine zweite Reise im Hinterkopf – schnell wieder zurück zum Bahnhof zu gehen und mit dem nächsten Zug in den Aargau zurückzureisen. Nachtragen möchte ich noch, dass die Strecke zuerst 5 km dem Frankreich zugeneigten Ufer des Genfersees entlang verläuft, dort wendet und wieder zurückgeht. Beim Jardin Anglais geht’s dann vorbei, man passiert die Mont Blanc-Brücke und läuft danach ca. 5 km entlang des andern Ufers. Dies ist der schönere Teil, denn man läuft durch Parkanlagen und, etwas ausserhalb der Stadt, den prunkvollen Botschaftsgebäuden vorbei. Besonders ins Auge stach mir die Türkische Botschaft mit den Goldzäunen. Alle Gebäude waren streng bewacht, teilweise auch mit Schäferhunden hinter den Zäunen. Ebenso bewunderte ich den Bau der WTO (World Trade Organisation). Am Stadtrand kehrte die Strecke und ging dann wieder zurück. Hier geht’s zum Streckenverlauf:

bericht 

Da der Individual-Marathon «leider» einen Tag vor meinem Geburtstag endete, gabs diesmal keinen Geburtstags-Marathon. Trotzdem hatte ich die 42,195 km immer im Hinterkopf und meldete mich deshalb ziemlich kurzentschlossen am 26. Mai nochmals für den Marathon an. Ich hatte mich also für den 27. Mai eingetragen. Ohne spezielle Vorbereitung, aber mit einer guten Trainingsgrundlage, reiste ich an. Als Startwunsch gab ich 10 h – 10h30 an. Alles klappte wunderbar. Da der Marathon völlig autonom vonstatten ging, musste ich auch schauen wegen der Verpflegung: ich stellte ein Coci-Fläschli hinter einen Baum im Jardin Anglais sowie zwei Becher, gefüllt mit Wasser. Ebenso noch zwei Energiestängel. Das musste reichen. Nach 10 km verpflegte ich mich das erste Mal mit Wasser, beim Halbmarathon das zweite Mal (ein Becher war nun ausgetrunken). Ebenso nahm ich nun einen ersten Schluck Cola. Es wurde nun ziemlich warm und mein Mund trocken. So trank ich bei km 31 zuerst das zweite halbe Becherli Wasser fast leer und rund 2 – 3 dl Cola, danach den Rest Wasser. Das musste reichen für die letzten 11 km. Ich nahm noch einen Stängel mit und die Hälfte davon ass ich noch unterwegs. Ich erschrak gewaltig, als ich nach der Mont Blanc-Brücke, ca. bei km 32, eine Uhr bei einem Uhrengeschäft erblickte, welche 12 Uhr 40 anzeigte.
Da wusste ich, dass ich mein persönliches Ziel, die 3h50, gut erreichen würde. Ich schaffte es danach bis zuletzt, das Tempo gleich zu halten (meine Garmin-Aufzeichnung zeigte mir beim Auslesen, dass ich Km 21 bei 1.46.38 passierte, also den Halbmarathon ca. bei 1h47). Meine Schluss-Zeit waren unglaubliche 3 Stunden 34.23. Ich war sehr zufrieden mit mir. Da die Temperaturen inzwischen über 20 Grad geklettert waren, konnte ich danach sogar noch im Jardain Anglais picknicken.

Mitte Nachmittag gings dann wieder retour in Richtung Aargau. Die Zugsverbindungen sind sehr gut, weshalb ich – wie schon beim ersten Mal – zeitig, so um die 17 Uhr 30 wieder in Brugg war und dann nur noch auf den Bus «hüpfen» konnte.

Bislang war ich nie auf die Idee gekommen, am Genève-Marathon teilzunehmen. Obwohl auf den ersten Blick langweilig, bietet die Strecke immer schöne Ausblicke auf den Genfersee, die Parkanlagen und den Mont Salève. Wahrscheinlich sind die Strassen am «richtigen» Marathon gesperrt. Wir mussten auf den Trottoirs und Velowegen laufen. Aber immerhin: wir konnten Marathon laufen! Unterwegs war die Stimmung unter den Läufern aufgestellt. Man winkte sich zu und applaudierte. Aufgefallen sind mir die vielen Doppelgespanne, d.h., Läufer(-in) wird begleitet von Radfahrer(-in) oder Läufer-(Ehe-)Paare. Aber ein Marathon bleibt halt immer ein Marathon und eine Läuferin tat mir sehr leid: Trotz Radbegleitung brach sie fürchterlich ein und musste die letzten ca. 4 km gehen.

Auszug aus der Rangliste (rund 6'500 Teilnehmer*innen auf allen angebotenen Strecken):

Halbmarathon, 654 Finisherinnen: 28. Jacqueline Keller (3. Rang W50) 1h41.23
Marathon, 108 Finisherinnen: 7. Jacqueline Keller (2. Rang W 50) 3h34.23

Jacqueline Keller

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