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39. Schluchsee-Lauf mit "neuer" Strecke

Nach einer einjährigen "schöpferischen" Pause, in welcher sich das neu formierte OK des Schluchsee-Laufes Zeit lassen konnte, den Lauf etwas anders aufzugleisen, fand am Muttertagswochenende die 39. Ausgabe dieses schönen Naturlaufes, ganz in unserer Nähe, aber doch im Ausland, statt. Ich weiss, dass ich schon 1986 dabei war - also vor 40 Jahren - dann sicher auch in den 90er-Jahren, in den 0er-Jahren, in den 10er-Jahren, also war es an der Zeit, wieder mal an den Schluchsee zu reisen. Die Veranstaltung wird schon seit einiger Zeit auf Samstag und Sonntag aufgeteilt: am Samstag findet ein Firmen-Staffellauf um den Schluchsee statt sowie zwei anspruchsvolle Walking-Events über 18,5 km (rund um den Schluchsee) und über ca. 11 km (auf der Seite des Ortes Schluchsee). Am Sonntag dann der Jugendlauf im Waldgebiet der Ortschaft und der legendäre Schluchsee-Klassiker (18,5 km). Beworben wurde dieser Klassiker ebenfalls mit einer Legende! Charly Doll (ehemaliger Sieger des Swiss Alpine-Marathons, des Comrades-Marathons, ehemaliger Weltrekordler über 100 km in 6h29, etc. etc. und: Olympia-Koch der Deutschen). Kein Nachteil war natürlich, dass man gleich auch noch seine "Kinder" Benedikt (ja, der Biathlet) und Stefanie eingebunden hat in die Werbung! Und diese Stefanie gewann dann auch die Damen-Wertung dieser 39. Ausgabe.

Die nächsten Gedanken gehen an die etwas ältere Leserschaft dieses Berichtes: Merkt Euch: es geht allen Senioren-Sportlern (mit wenigen Ausnahmen) gleich: man wird älter und die Zeiten langsamer! Für mich war es diesmal ein wirklich sehr grosser Trost, dass Charly, als 3. 'der M70, nicht mal 2 Minuten schneller war als ich.

Mein Lauf war ordentlich - weder besonders gut, noch besonders schlecht. Ich war sehr froh, dass die Strecke im Gebiet der Staumauer etwas abgeändert wurde: man verzichtete diesmal auf die "Abfahrt" zur Eisenbreche (unterhalb der Schluchsee-Staumauer) und somit danach auch auf die entsprechenden Höhenmeter zur Kohlhütte ... und wieder runter zum Unterkrummenhof. Stattdessen blieben wir unten am See (meiner Meinung nach früher eher ein Trailweg) und kamen dann vor dem Unterkrummenhof wieder auf die ehemalige Strecke. Anstrengend, da irgendwie nie ganz flach, wars trotzdem. Oder eben: das (mein) Alter. Bis auf den letzten Kilometer hatte ich ein ordentliches Gefühl. Trotzdem erschrak ich mächtig über meine Zeit (1h35) und war dann im ersten Moment schon etwas enttäuscht. Da ich wusste, dass "nur" die Sieger ausgezeichnet wurden, machten wir uns bereits auf den Weg zu einem Nachmittags-Spaziergängle für Pensionierte, als mir meine zwei Schweizer-Kolleginnen Monika und Andrea beschieden, dass ich die Kategorie gewonnen hätte. Das konnte ich kaum glauben. Somit nichts mit einem Grosseltern-Spaziergang. Wir "mussten" warten. Möglich gemacht hat diesen AK-Sieg natürlich auch Monika Kaufmann, welche bereits Ü65 ist und deutlich vor mir ins Ziel lief. Ein schönes Detail war noch, dass wir unter den 51 klassierten W60 einen Schweizer Dreifach-Sieg erlaufen konnten (2. Rita Schmidli, LR Ebikon, 3. Edith Zihlmann, Klingnauer Stauseeläufer). Und wir in Deutschland üblich, gibts/gabs auch Pokale. Ich freute mich sehr über meinen wohl letzten Pokal, erst noch gefertigt aus einheimischem Holz (also aus dem Bayrischen Wald). Übrigens waren fast 1300 Läuferinnen am Start und 1900 Läufer (mit Rang 121 schaffte ich es knapp in die ersten 10 Prozent).
Obwohl sich die Rangverkündigung dahinzog (eigentlich ist das immer so in Deutschland), waren wir dann am späteren Nachmittag schon zu Hause und konnten noch anstossen. Allerdings nicht mit dem gewonnenen Schwarzwald-Sekt, denn es stand schon ein anderer in der Kühle. Und auch der Schwarzwald-Zopf wurde noch nicht angeschnitten, der ruht nun im Gefrierschrank.
Es war ein schöner, kurzer Ausflug nach Deutschland. Allerdings ist halt nach wie vor alles etwas eng für so viele Teilnehmende. Die Schluchsee-Halle hat in etwa die Grösse einer mittleren Schweizer Dorfturnhalle. Immerhin gibts ein Garderobe-Zelt sowie einen Dusch-Truck und immerhin gibts auch so etwas wie einen Wetter-Gott, der es ermöglichte, dass viele Teilnehmende und deren Angehörige nach dem Lauf das Zusammensein auf den umliegenden Wiesen-, Rasen- und Spielplatz-Flächen geniessen konnten.
Ein schöner Sonntagsausflug an einen schönen Lauf "in der Nähe" - vielleicht gluschtet es auch Euch wieder einmal?!

Jacqueline Keller-Werder